Stadt Münster

  Geographische Daten

Die Stadt Münster liegt 7°37’43,3‘‘ östlicher Länge von Greenwich, 51°57’46,6‘‘ nördlicher Breite und 61,3 m über dem Meeresspiegel (über NN). Die mittlere Ortszeit ist knapp 30 Minuten später als die Mitteleuropäische Zeit (MEZ). Von Norden nach Süden misst das Stadtgebiet 24,4 km, von Osten nach Westen 20,6 km. Der Umfang der Stadt beträgt 107 km, ihre Gesamtfläche 303 km².Die wichtigsten Gewässer innerhalb des Stadtgebietes sind die Aa, der Aasee, die Werse und der Dortmund-Ems-Kanal. Die Flüsschen Kreuzbach, Emmerbach und Angel sind selbst vielen Münsteranern nicht bekannt. Das nächste Gebirge sind die Baumberge (ca. 30 km westlich der Stadt). Die Entfernung zur deutsch-niederländischen Grenze (nordwestlich der Stadt) beträgt ca. 60 km; der nächst größere Ort jenseits der Grenze ist die Stadt Enschede (NL).

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  Bevölkerung/Einwohner

In Münster leben gut 300.000 Einwohner, davon etwa 157.000 weibliche und etwa 145.000 männliche Personen. Allein im Stadtbezirk Mitte (Stadtgebiet ohne Vororte) wohnen mehr als 120.000 Einwohner. Die Geburtenrate liegt leicht über der Sterberate (geringes natürliches Wachstum), Zu- und Abwanderungsbewegungen sind hingegen uneinheitlich. Insgesamt gibt es in Münster ca. 162.000 Haushalte; rein statistisch betrachtet leben also in jedem Haushalt ca. 1,8 Personen. Die Zahl der Wohngebäude beläuft sich auf mehr als 53.000; die Wohnfläche beträgt ca. 12,6 Millionen Quadratmeter; das sind durchschnittlich 42,2 m² pro Einwohner (siehe Wohnungsmarkt in Münster).

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  Klima/Wetterverhältnisse

Milde Winter und verhältnismäßig kühle Sommer kennzeichnen das vom Atlantik her beeinflusste Klima des Münsterlandes. Kaltvorstöße aus Osten werden oftmals durch das Weserbergland und den Teutoburger Wald aufgehalten. Niederschläge gibt es zu allen Jahreszeiten, wobei im Sommer Schauer überwiegen. Der Jahresniederschlag beträgt durchschnittlich 744 mm/m² (150-jähriges Mittel). Im Volksmund gilt Münster zwar als „Regenloch“, aber mit über 1.500 Sonnenstunden pro Jahr steht Münster im Vergleich zu anderen Landesteilen noch recht günstig da.

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  Stadtgeschichte

An der Stelle der früheren sächsischen Siedlung Mimigernaford wurde im Jahr 793 n. Chr. auf Geheiß Karls des Großen ein klösterliches Missionszentrum gegründet. Der Name Münster ist vom lateinischen Wort monasterium (= Kloster) abgeleitet. Im Jahr 1530 wurde Münster von den Wiedertäufern, einer sich stark ausbreitenden Glaubensgemeinschaft, eingenommen. Anno 1534 wurden diese aber von bischöflichen Truppen wieder aus der Stadt vertrieben. Ihre Anführer wurden hingerichtet und die Leichen zur Abschreckung in Käfigen am Lamberti-Kirchturm aufgehängt. Im Jahr 1648 kam es nach mehrjährigen Verhandlungen in Münster und Osnabrück zum Abschluss des Westfälischen Friedens, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Münster wurde für die Dauer der Friedensverhandlungen für neutral erklärt. Im Zweiten Weltkrieg wurde Münster mehr als 50 mal von alliierten Luftangriffen getroffen; ca. 650.000 Bomben aller Art gingen auf die Stadt nieder. Etwa 60% der Häuser wurden unbewohnbar; der Altstadt-Bereich wurde zu 90% zerstört.

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  Kommunalstruktur

Mit der Gründung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (NRW) verlor die Stadt Münster ihre Stellung als „Provinzial-Hauptstadt“, die sie seit 1816 beanspruchte. Heute ist Münster (MS) kreisfreie Stadt, umgeben von den Kreisen Coesfeld (COE), Steinfurt (ST) und Warendorf (WAF). Mit der kommunalen Neuordnung von 1975 wurden neun zuvor selbständige Umland- gemeinden in die Stadt eingegliedert. Zu den Vororten bzw. Stadtteilen zählen heute (beginnend im Norden und dann weiter im Uhrzeigersinn): Sprakel, Coerde, Gelmer, Handorf, Sankt Mauritz, Wolbeck, Gremmendorf, Angelmodde, Hiltrup, Amelsbüren, Mecklenbeck, Albachten, Roxel, Gievenbeck, Nienberge und Kinderhaus. Aufgrund ihrer Größe und ihres Charakters als Verwaltungsstadt mit zahlreichen Bundes- und Landesbehörden hat die Stadt Münster einen hohen Zentralitätsgrad mit einem Einzugsgebiet von ca. 60 km.

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  Aufbau der Stadt

Das historische und geographische Zentrum der Stadt ist der Domplatz. Das repräsentative Zentrum ist der benachbarte Prinzipalmarkt („Münsters gute Stube“), wo sich auch das Rathaus und große Teile der Stadtverwaltung befinden. Das Besondere am Prinzipalmarkt sind die mittelalterlichen Giebel und Rundbögen der Gebäude sowie das Fehlen jeglicher Leuchtreklame an den Fassaden. Die Kernstadt ist zwar nicht völlig verkehrsfrei; weite Teile davon sind aber nur für den Bus- und Fahrradverkehr geöffnet. Salzstraße und Ludgeristraße, die beiden großen Haupteinkaufsstraßen, sind seit langem Fußgängerzonen. Die Altstadt ist umgeben von der Promenade, einer ringförmigen Allee, die allein für Fußgänger und Radfahrer geöffnet ist und in einem Radius von knapp 1 km entlang der früheren Stadtmauer verläuft (Überreste davon sind heute noch zu sehen). In einem Radius von ca. 1,6 km umschließt der Verkehrsring, ein mehrspuriger beidseitig befahrbarer Autoring, nahezu die gesamte Innenstadt. Was innerhalb dieses Rings liegt, gilt (auch und gerade im Sinne des Mietspiegels, siehe dort) als zentral. Der Ring wird an mehreren Stellen von den Ausfallstraßen durchschnitten und somit in verschiedene Teilabschnitte untergliedert, nämlich in Friesen-, Cherusker-, Nieder-sachsen-, Kaiser-Wilhelm-, Hohenzollern- und Hansaring sowie Hafen- und Moltkestraße, dann Kolde-Ring, Kardinal-von-Galen-, Rishon-Le-Zion-Ring sowie Orléans- und York-Ring. Die wichtigsten Ausfallstraßen sind: die Grevener Straße, der Hohe Heckenweg, der Schiffahrter Damm, die Warendorfer- und die Wolbecker Straße, der Albersloher Weg, die Hammer- und die Weseler Straße sowie die Steinfurter Straße.

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  Stadtviertel

Kuhviertel im Norden der Altstadt, berühmt-berüchtigt wegen seiner vielen Kneipen. Kreuzviertel verkehrberuhigtes, grünes Wohnviertel im Norden der Innenstadt. Erphoviertel Wohnviertel rund um die Erphokirche im Nordosten der Stadt. Mauritzviertel Viertel zwischen Warendorfer und Wolbecker Straße (vor dem Kanal). Hansa-/Hafenviertel beliebtes Szene- und Kneipenviertel südöstlich des Bahnhofs. Südviertel eines der beliebtesten Viertel, zwischen Hammer Straße und Bahntrasse. Geistviertel Viertel zwischen Hammer- und Weseler Straße (bis Umgehungsstraße). Berg Fidel Wohnviertel im Süden, bekannt für seine Hochhäuser („Weiße Riesen“). Aaseestadt ausgesprochen ruhiges Wohnviertel zwischen Weseler Straße und Aasee.

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